| Liebe wächst durch Liebe, Menschlichkeit durch Menschlichkeit | |||
| Archiv | |||
|
Beitrag von: Grappa/Eifel ® 02/19/2006, 12:30:33 Autorenprofil Mail author |
Gerade am "Tag des Herrn" sollte man großzügig sein.
Na, dann mach ich doch noch mal einen :-) "Liebe wächst durch Liebe" - schreibt Papst Benedikt in seiner Enzyklika "Deus Caritas Est"; ich möchte ergänzen: "... und Menschlichkeit durch Menschlichkeit". Hintergrund: In seiner Werk "Einführung in der Christentum" schreibt Joseph Ratzinger: "Im Blick auf die Liebesbotschaft des Neuen Testaments drängt heute immer mehr eine Tendenz nach vorn, die christlichen Kult vollständig in Bruderliebe, in 'Mitmenschlichkeit' auflösen und keine direkte Gottesliebe oder Gottesverehrung mehr zulassen will...Vom Gesagten aus ist wohl unschwer einzusehen, warum diese auf den ersten Blick so sympathisch scheinende Konzeption mit der Sache des Christentums auch die der wahren Menschlichkeit verfehlt. Die sich selbst genügen wollende Bruderliebe würde gerade so zum äußersten Egosimus der Selbstbehauptung werden... sie tut bei allem Wohlwollen letzlich dem anderen und sich selbst Unrcht, weil der Mensch sich nicht im Zueinander der Mitmenschlichkeit allein vollendet, sondern erst im Miteinander jener zwecklosen Liebe, die Gott selbst verherrlicht" (aaO S. 271). Kurz gesagt: In diesem Denken ist allein Gott die Bedingung und der Garant wahrer Menschlichkeit und Würde. Ich sehe das so:
Salber schreibt in 'Seelenrevolution': 'Mitmenschlichkeit', wir wir sie heute verstehen, beruht auf unseren 'empfindsamen' Mitbewegungen - wir verstehen die Angelegenheiten anderer Menschen, als seien es unsere Geschichten ... Also nicht durch "Gott", sondern durch ein "teilnahmsvolleres Sicheinlassen" auf die Schicksale anderer Menschen, durch "emphatisches Sichhineinversetzen" in fremde menschliche Wirklichkeiten ... wächst Mit-Menschlichkeit. Paulus sagte, dass er um des Evangeliums willen 'allen alles geworden' sei (vergl. 1 Kor 9,22). Ich denke, dass sich die "frohe Botschaft einer Zunkunft unserer Menschlichkeit" an der o.b. Tendenz orientieren sollte - und nicht an einem Gott, der von einem hand-auflegenden und -aufhaltenden Klerus verwaltet wird. Gruss, Grappa (I)
|
| | Diesen Artikel weiterempfehlen | Alert | Previous | Next | Aktuelle Seite |
| Antworten zu diesem Beitrag |
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||