Die Affäre, die Michel Friedman zum (mindestens temporären) Rücktritt vom Amt als stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden und seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit zwang, begann mit einem Tippfehler einer Gehilfin in der Anwaltskanzlei, die Michel Friedman vertrat (siehe: Bericht des Berliner Beauftragten für Datenschutz vom 3. 7. 2003). Ihr Fehler beim Eintippen der Faxnummer von Michel Friedman führte dazu, dass ein Bericht der Staatsanwaltschaft bei einer Pizza-Bäckerei landete, die diesen umgehend BILD zur Verfügung stellte.
Irren ist menschlich. Und eigentlich weiß jeder, dass es eine Sicherheit vor Irrtum nicht gibt und geben kann. Wir wollen in diesem Artikel niemanden anklagen, denn niemand hat erkennbar 'in böser Abischt' gehandelt. Es ist auch nichts Schlimmes passiert, aber, wahrlich, es hätte sehr viel Schlimmes passieren können.Was ist passiert ?
Der Autor dieses Artikels wollte ein (altes) Sparkonto bei der Deutschen Bank, das nur noch Kosten verursachte, weil es nicht mehr benutzt wurde, auflösen. Die Deutsche Bank bat ihn, die 'Sparcard' einzusenden. Das tat der Autor auch. Die Aufforderung dazu erhielt er aus Leipzig. Dort ist das für diese Aufgaben spezialisiserte Back Office der Deutschen Bank angesiedelt. Die 'Sparcard wurde per Einschreiben versandt - aber sie scheint nie angekommen zu sein. Doch das ist nicht der Grund für diesen Beitrag. Der Grund ist, dass der Autor (Dr. Peter Niehenke) Post aus Leipzig bekam ... 
Wie die Kopie zeigt, befand sich in dem an seine Person adressierten Kouvert eine telegrafische Überweisung einer Frau Dr. A ..., die bei der Deutschen Bank (in Nürnberg) ein Konto führt(e) und dieses Konto offenbar ebenfalls auflösen wollte. Wie den Unterlagen zu entnehmen war, hatte die Dame am Jahresanfang ein Guthaben in Höhe von etwa € 35.000,-.

Warum wir das veröffentlichen
Der Autor hat sich von der Deutschen Bank nicht aus Ärger oder aus Unzufriedenheit getrennt. Er veröffentlicht diesen Fall nicht, weil er 'eine Rechnung begleichen will' oder wütend ist. Er veröffentlicht diesen Fall, weil er erschrocken und erschüttert ist - obwohl er doch 'eigentlich' weiß, dass so etwas halt passiert. Der Autor hat nicht geprüft, ob es sich bei der Frau Dr. A ... um eine 'Person des öffentlichen Lebens' handelt und ob diese Transaktion möglicherweise eine 'brisante Information' darstellen könnte. Aber man stelle sich vor, es hätte sich um das Konto eines Top-Managers gehandelt oder um das Konto eines Politikers oder um einen Überweisungsbeleg der 'Person des öffentlichen Lebens' an eine bestimmte Person oder Institution ...
So etwas darf nicht passieren - aber es passiert. Es ist gut, sich dessen immer bewusst zu sein! (Das Entschuldigungsschreiben der Deutschen Bank für dieses 'Missgeschick' lesen Sie hier.)
Vorankündigung: Sparkassen-Vorstände bedienen sich krimineller Helfer, um das große Geschäft zu machen
In diesem Artikel ging es um einen potentiell sehr gefährlichen Fehler einer Bank. In einigen Tagen werden wir an dieser Stelle einen Fall publizieren, in dem es um
Machenschaften von Sparkassen (-Vorständen) im Rheinland geht (Düsseldorf, Wuppertal, Essen, Solingen, Neuss, Remscheid ...), die sich nicht gescheut haben, sich Krimineller zu bedienen, um das große Geschäft zu machen, und die dabei billigend in Kauf nahmen, dass Jungunternehmer, die auf die Seriösität der Sparkassen vertrauten, in den Ruin getrieben wurden.
Dr. Peter Niehenke
--modified by DPN at Wed, Jun 23, 2004, 18:04:58