Im Auge behalten: Zensur durch GOOGLE und YAHOO etc. - Von Untertanen und Duckmäusern
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Gepostet von: Redaktion ®

01/21/2006, 16:50:32

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Warum Seiten wie das Beschwerdezentrum SO notwendig sind!
Zwei Textauszüge:
Von Untertanen und Duckmäusern

Wenn der eine oder andere Mainstream-Journalist, der die Hintergründe seiner „Informationsbeschaffung“, seine dubiosen Informationsquellen, die Motive der Tippgeber und Lobbyisten nicht verraten kann und es auch gar nicht will, von Lesern oder Kollegen dann noch fälschlicherweise als „investigativer Journalist“ geadelt wird, widerspricht er ungern und sieht sich als Gesandter einer vierten Gewalt, deren theoretische Macht er längst für ein paar Linsengerichte verscherbelt hat. Aber wenigstens der Mainstream hält ihn noch für einen tollen Hecht. - Anders ausgedrückt: Obrigkeitsgläubigkeit, Untertanengeist und Duckmäusertum – oder blanker Opportunismus – zahlen sich immer noch aus.

Journalisten, die eine solchermaßen gleichgeschaltete Presse anstößig finden, können seit einigen Jahren aufs Internet ausweichen und hier Artikel über Themen veröffentlichen, die von den Mainstream-Medien aus den bereits angedeuteten Gründen ignoriert werden. Die meisten echten investigativen Journalisten publizieren inzwischen vorzugsweise im Internet. Neuerdings riskieren allerdings immer häufiger auch Mainstream-Journalisten einen Blick ins World Wide Web, um hier nach Themen noch nicht korrumpierter Kollegen zu forschen, die sie eventuell aufgreifen und mainstreamgerecht aufbereiten könnten. Das Internet ist inzwischen auch für sie zu einer wichtigen Informationsquelle geworden. Sie bedienen sich dabei der großen Suchmaschinen-Monopolisten wie Google und Yahoo, die nahezu unbemerkt dabei sind, die freiheitlichen und demokratischen Grundideen des Internet auszuhebeln.

Das Internet hat sich zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz der Printmedien entwickelt, weil sich hier im Augenblick noch niemand an „ungeschriebene Spielregeln“ halten muss, die das symbiotische Verhältnis von Politik, Wirtschaft, Geheimdiensten und Mainstream-Journalisten seit Jahrzehnten kennzeichnet. Das World Wide Web ist damit zu einer Gefahr für Mainstream-Medien, vor allem aber für das nationale und internationale Establishment aus Politik, Wirtschaft und Geheimdiensten geworden, das seit geraumer Zeit nach Wegen sucht, auch das neue Medium in den Griff zu bekommen und unter seine Kontrolle zu bringen. Mit Erfolg. Inzwischen hat die Zensur längst auch das Internet erreicht.
Und ein weiter, aus demselben Artikel (siehe unten die Quelle):
Was hat man von Unternehmen wie Google und Yahoo sonst noch zu erwarten? - Macht verführt zu Missbrauch. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Internet-Suchdienste wie Google und Yahoo sich als gottähnlich sehen und außerhalb jeglicher gesetzlichen Kontrolle Presse-Zensur auch in Deutschland betreiben. Dass Google und Yahoo Zensur betrieben haben, ist hinlänglich bekannt und wird international bereits seit Jahren kritisiert. Bei Google-Eingabe der Schlagwörter „Google“ und „Zensur“ werden inzwischen über 80000 Suchergebnisse gemeldet, von denen allerdings nur – wie bei Google und Yahoo üblich – maximal 1000 eingesehen werden können.

Bekannt geworden sind vor allem einige spektakuläre Fälle: So haben sich Google und Yahoo mit der Regierung in Peking auf eine Zensur bei Eingabe bestimmter Schlagworte – etwa „Freiheit“, „Demokratie“ oder „Menschenrechte“ – eingelassen, nachdem China die Suchmaschinen der beiden US-Unternehmen vorübergehend abgeschaltet hatte. Um im Geschäft mit dem riesigen Zukunftsmarkt im Reich der Mitte bleiben zu können, verpflichtete sich Yahoo schon 2002 gegenüber dem chinesischen Staat, von der Regierung als subversiv eingestufte Seiten zu filtern. Auch die von Google betriebene chinesische Suchmaschine „baidu“ arbeitet mit Filtern, die auf bestimmte Signalwörter anspringen und entsprechende Websites blockieren (siehe: www.taz.de/pt/2005/06/15/a0150.nf/textdruck).

Technisch ist eine für Außenstehende kaum erkennbare Zensur von Informationsprodukten im Bedarfsfall ein Kinderspiel. Bereits mit dem seit Jahren schon vorhandenen Zensur-Potential im weitgehend undurchsichtigen Software-Dschungel mit seinen Milliarden gespeicherten Daten ist Zensur nur schwer nachweisbar, aber leicht durchzuführen, da Unternehmen wie Google oder Yahoo nicht nur über die jeweils neuesten Software-Entwicklungen verfügen, sondern – noch wichtiger – ihre Orwell’sche Technik mit juristisch unangreifbaren und nicht aufzubrechenden Geschäftsbedingungen verbinden und absichern, die jede Analyse einer möglichen Zensur extrem zeitaufwändig und unökonomisch macht. Am Ende ist Zensur sowieso nur selten eindeutig zu belegen, da die Unternehmen schließlich immer noch behaupten können, dass hier oder da auf dem Globus an irgendeiner Stelle im globalen Datennetz oder Software-Dschungel ein vorübergehendes technisches Problem aufgetreten sei, das von keinem Außenstehenden auf seinen Wahrheitsgehalt hin überprüft werden kann. Nicht umsonst verweigern Google wie auch Yahoo die Preisgabe bestimmter Informationen sowie jegliche Kontrolle ihres Unternehmens und der Geschäftspolitik, während die Firmen gleichzeitig ungestraft die ganze Welt ausschnüffeln und manipulieren dürfen – mit ausdrücklicher Billigung jeder US-Regierung.

Der Nachweis ist äußerst schwierig

Doch nicht nur die neuesten Software-Entwicklungen in Verbindung mit den undurchsichtigen und juristisch nicht angreifbaren oder auszuhebelnden Geschäftsbedingungen, die jegliche Transparenz vermissen lassen, befördern Zensur und erschweren ihren Nachweis, sondern auch die Beschränkung der Indexierung von Milliarden unsichtbar gespeicherten Informationsprodukten. Es ist ständig in Bewegung, weil ständig neue Datenmengen produziert und abgespeichert werden, so dass ältere Daten kaum wahrnehmbar verschwinden oder so versteckt werden können, dass sie kaum noch auffindbar sind, während andererseits das Verschwindenlassen unliebsamer Informationsprodukte jederzeit diskret beschleunigt werden kann. Größte Schwachstelle auf Seiten der Datensammler ist nicht allein die Software mit ihren Spionage-Cookies, sondern die Beschränkung der Indexierung von Milliarden unsichtbar gespeicherten Informationsprodukte (listings), von denen maximal 1000 als Suchergebnisse indexiert werden (indexing). Diese Beschränkung in Verbindung mit einer Vielzahl kleiner „dirty tricks“ ist das eigentliche Herzstück – oder auch der Schwachpunkt, wenn man will – des Orwell’schen Zensur-System von Daten- und Informationsammlern wie Google oder Yahoo. Durch zeitlich aufwändige inhaltliche Analysen der Suchergebnis-Sites allerdings können gelegentlich Zensur-Muster nachgezeichnet werden.

Am Beispiel zweier im SAAR-ECHO veröffentlichter Informationsprodukte mit spektakulärem Inhalt – der Serie „Von Clearstream bis Yukos“ (31. April bis 23. Mai 2005) sowie dem am 16. Juli 2005 erschienenen Artikel „Warum die A-Bomben wirklich fielen“ – wird weiter unten Zensur durch inhaltliche Analyse der von Google und Yahoo indexierten Suchergebnisse dargestellt. Die Zensur wurde durch jeweils vorsorglich angefertigte Ausdrucke der verschiedenen Suchergebnis-Sites an unterschiedlichen Tagen über einen gewissen Zeitraum belegt.

Doch wer macht so etwas schon? Höchstens ein Betroffener wie das SAAR-ECHO. Voraussetzung für halbwegs brauchbare Ergebnisse solcher Einzelfallanalysen ist, dass Informationsprodukte brisante Inhalte haben, die bei einer ungebremsten Verbreitung Regierungen oder Geheimdiensten Probleme bereiten könnten und eine Zensur aus der Sicht der Betroffenen wahrscheinlich machen. Solche Fälle sind selten. Die beiden genannten und im SAAR-ECHO veröffentlichten Informationsprodukte zählen dazu.

Zensurmaßnahmen, die auf Breitenwirkung einer Vielzahl von Inhalten ausgelegt sind, ohne dass jeder einzelne einen spektakulären Charakter hätte, sind leichter nachzuweisen, da große Bevölkerungskreise davon direkt betroffen sind und sich damit die Wahrscheinlichkeit der Entdeckung der Zensur wesentlich erhöht. Ein Beispiel dafür ist die Zensur des Internets in China, auf die sich Google und Yahoo 2002 mit der Regierung des Landes verständigt haben.

Neben der von Google und Yahoo im Auftrag der Regierung Chinas durchgeführten Zensur durch Herausfilterung bestimmter Informationsprodukte im Reich der Mitte, von denen kaum eines inhaltlich einen wirklich spektakulären Charakter hat, sondern spektakulär lediglich die Breite der angelegten Zensurmaßnahmen ist, sind in der Vergangenheit bereits diverse Zensur-Fälle unterschiedlichen Ausmaßes bekannt geworden. So hat Google eine Reihe von Websites aus seinem Index gelöscht, die sich mit der umstrittenen Scientology-Organisation kritisch auseinandergesetzt haben (siehe: www.heise.de/newsticker/meldung/print/25933). Technisch und moralisch für Google kein Problem.

Wer sich als deutscher Kosmopolit auf der amerikanischen Google-Site (google.com) in World Wide Web über Antisemitismus informieren wollte, wurde schon 2002 von Google anhand seiner IP-Adresse identifiziert und auf google.de umgeleitet. Und dort gab es für Deutsche (google.de), Schweizer (google ch) und Franzosen (google.fr) amerikanische Nazi-Sites nicht mehr zu sehen. Mit solchermaßen gefilterten Ergebnissen wurde den deutschen Nutzern vorgegaukelt, die amerikanischen Nazi-Sites seien nicht existent. (siehe: www.heise.de/bin/tp/issue/r4/dl-artikel2.cgi?artikelnr=12948&mode=print)


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Related link: Artikel im Saar-Echo vom 1. 8. 2005
Modified by Redaktion at Sat, Jan 21, 2006, 16:51:02


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